Pflege & Betrieb

5 Fehler beim Heizen,
die Sie vermeiden sollten

Falsche Holzart, zu wenig Luftzufuhr, zu früh nachlegen – diese typischen Fehler kosten Effizienz, belasten die Umwelt und können den Ofen langfristig schädigen.

14. Januar 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten
Hand reguliert die Luftzufuhr am Kaminofen
Infografik: Trockenes Brennholz verwenden – falsch vs. richtig
01 Fehler №1

Zu feuchtes Holz verwenden

Der häufigste und folgenreichste Fehler: Frisch geschlagenes oder ungenügend getrocknetes Holz enthält bis zu 50 % Wasseranteil. Ein Großteil der Energie geht für die Verdampfung dieses Wassers verloren – statt Wärme entsteht Rauch und Kondensat.

Das Kondensat setzt sich als Teer im Schornstein ab, verstopft ihn über die Jahre und erhöht das Brandrisiko erheblich. Außerdem leiden Scheibe und Dichtungen unter den aggressiven Verbrennungsrückständen.

Unser Tipp Holz mindestens 2 Jahre trocken lagern – idealerweise überdacht und mit Luftzirkulation. Ein Holzfeuchtemessgerät (ab ca. 10 €) gibt Ihnen Sicherheit. Zielwert: unter 15–18 % Restfeuchte.
Infografik: Luftzufuhr richtig einstellen – falsch vs. richtig
02 Fehler №2

Luftzufuhr falsch einstellen

Viele Ofenbesitzer öffnen die Luftventile beim Anheizen – soweit richtig. Der Fehler liegt darin, die Primärluft danach nicht zurückzuregeln. Zu viel Luft kühlt die Brennkammer unnötig und jagt das Feuer unkontrolliert heiß, was zu übermäßigem Holzverbrauch führt.

Zu wenig Luft dagegen erzeugt schwelende, unvollständige Verbrennung mit viel Ruß und Feinstaub – schlecht für Ofen, Schornstein und Luftqualität.

Unser Tipp Beim Anheizen Primärluft voll öffnen. Sobald das Feuer stabil brennt (nach ca. 10–15 Minuten), Luftzufuhr auf die mittlere bis niedrige Position zurückregeln. Die Flammen sollten gelb-orange und ruhig tanzen – nicht weiß-blau flackern.
Infografik: Die richtige Holzmenge – falsch vs. richtig
03 Fehler №3

Zu viel Holz auf einmal einlegen

Der Kaminofen ist kein Lagerfeuer. Wer die Brennkammer mit Holzscheiten überfüllt, hindert die vollständige Verbrennung: Das Holz schwelt, die Temperatur sinkt, Ruß und Kohlenmonoxid entstehen. Häufig trübt sich auch die Scheibe stark ein.

Moderne Öfen wie die Jøtul-Modelle sind auf eine definierte Scheitlänge und -menge ausgelegt. Diese Angaben sind keine Empfehlung – sie sind technisch optimiert für maximalen Wirkungsgrad.

Unser Tipp Lieber 2–3 Scheite nachlegen, als die Brennkammer auf einmal zu befüllen. Warten Sie, bis die vorherige Ladung zu glühender Glut heruntergebrannt ist. So bleibt die Temperatur konstant hoch und die Verbrennung sauber.
Infografik: Im richtigen Moment nachlegen – falsch vs. richtig
04 Fehler №4

Zu früh nachlegen

Manche legen neues Holz nach, sobald die Flammen kleiner werden – noch bevor das Holz vollständig zur Glut heruntergebrannt ist. Das führt dazu, dass frisches Holz auf unvollständig verbranntes trifft: schlechte Temperatur, schlechte Verbrennung, viel Rauch.

Gute Glut ist Gold wert: Eine tiefe, orangerote Glutschicht speichert Wärme sehr effizient und entzündet neue Scheite zuverlässig von unten. Sie ist das Herzstück jedes effizienten Heizbetriebs.

Unser Tipp Warten Sie, bis sich eine gleichmäßige, leuchtend orangerote Glutschicht gebildet hat – das Holz also komplett zu Glut geworden ist. Dann legen Sie 2–3 neue Scheite direkt auf die Glut. Kurz Luft öffnen, bis das Feuer angesprungen ist.
Infografik: Den Schornstein vorwärmen – falsch vs. richtig
05 Fehler №5

Den kalten Schornstein ignorieren

Ein kalter Schornstein entwickelt kaum Zug. Wer nach langer Pause einfach Holz einlegt und zündet, kämpft gegen eine Kaltluftsäule im Schornstein. Das Ergebnis: Rauch dringt in den Raum, das Feuer will nicht anbrennen, die Frustration ist groß.

Dieser Fehler ist besonders im Herbst oder nach langen Pausen häufig – und dabei so leicht zu vermeiden. Ein gezieltes Vorwärmen des Schornsteins macht den Unterschied zwischen einem qualmenden Frust und einem schnellen, sauberen Feuerstart.

Unser Tipp Halten Sie vor dem Anzünden für 1–2 Minuten brennendes Zeitungspapier oder einen Anzünder in die geöffnete Tür – so erwärmt sich die Luft im Schornstein, der Zug baut sich auf. Erst dann das eigentliche Feuer anzünden.

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